Sturmtief „Xavier“ sorgte für viel Arbeit – Metronom mit 259 Fahrgästen evakuiert

JESTEBURG. Das Sturmtief „Xavier“, das am Donnerstag über die nördliche Hälfte Deutschlands hinweg zog, hinterlies auch im Landkreis Harburg und der Samtgemeinde Jesteburg seine Spuren.

Noch bevor der Sturm loslegte, wurden wir am Morgen um 07:46 Uhr gemeinsam mit der Feuerwehr Brackel auf die BAB 7 alarmiert. Zwischen den Anschlussstellen Thieshope und Garlstorf sollte es zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person gekommen sein. Der Unfallort lag dann kurz hinter der AS Garlstorf, glücklicherweise war jedoch niemand verletzt oder gar eingeklemmt. So konnten wir schnell wieder einrücken.

Kurz nach 14:00 Uhr wurden wir dann zu den ersten Sturmeinsätzen alarmiert. Gleich drei Einsatzstellen waren gemeldet worden. Neben umgestürzten Bäumen am Schierhorner Weg und Birkenweg, wurden umgestürzte Bäume auf der Bahnstrecke Buchholz – Maschen, in Höhe des Sandbargs gemeldet. Bei unserem Eintreffen fanden wir folgende Lage vor: An drei Stellen hintereinander lagen mehrere Bäume auf den Bahngleisen und hatten hierbei die Oberleitungen beider Fahrtrichtungen herabgerissen. Kurz von den ersten Bäumen war ein Metronom – wie sich später herausstellte – mit 259 Insassen zum Stehen gekommen. Der Metronom war über die Jesteburger Güterstrecke umgeleitet worden, da der Verkehr von Buchholz in Richtung Hamburg ebenfalls blockiert war. In Buchholz war in Höhe Bendestorfer Straße ebenfalls ein Metronom „gestrandet“, genauso wie in Sprötze.

Die Einsatzleitung entschied sich in Absprache mit dem Notfallmanager der DB den Zug zu evakuieren. Hierzu war es erforderlich zuvor die Oberleitungen zu erden, ausreichend Personal zur Verfügung zu haben, eine geeignete Notunterkunft für eine erste Versorgung mit Getränken etc. zur Verfügung zu haben, sowie Busse für einen Pendelverkehr bzw. den weiteren Transport der Personen vorzuhalten.

Hierfür wurden weitere Feuerwehrkräfte (sieben Fahrzeuge der Feuerwehren Jesteburg, Bendestorf, Harmstorf, Hanstedt, Schierhorn und Nindorf) und eine Schnelleinsatzgruppe (SEG) des DRK nachalarmiert. Durch die Samtgemeindeverwaltung wurde das nahegelegene Heimathaus als Notunterkunft zur Verfügung gestellt, Busunternehmen wurde mit der Entsendung von Bussen beauftragt. Nachdem alle vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen waren, konnten die Zuginsassen über die Rettungsplattform des Rüstwagen den Metronom verlassen und wurden von Feuerwehrleuten zu einer geeigneten Stelle geführt und auf den Reindorfer Feldweg geleitet. Hier standen dann mehrere Busse für einen Pendelverkehr zum Heimathaus bereit. Dort wurde der Weitertransport mit Bussen nach Harburg, Buchholz oder Bremen organisiert. Nach knapp drei Stunden war dieser Einsatz beendet. Alle Personen waren wohlauf. Parallel wurden hierzu weitere Einsatzstellen abgearbeitet. Nach Abschluss der Zug-Evakuierung konnten die dort zuvor gebundenen Einsatzkräfte auch zu den noch nicht abgearbeiteten Einsatzstellen ausrücken. Neben unseren Nachbarfeuerwehren aus Bendestorf, Harmstorf und Lüllau unterstütze uns beim letzten Einsatz auch die Drehleiter der Feuerwehr Meckelfeld. Gegen 22:00 Uhr waren alle 25 gemeldeten Einsätze abgearbeitet.

Am nächsten Tag wurden wir zwischen 05:38 Uhr und 18:09 Uhr dann noch zu weiteren fünf witterungsbedingten Einsätzen alarmiert, die schnell abgearbeitet werden konnten.

Insgesamt sorgte „Xavier“ somit für 30 Feuerwehreinsätze in Jesteburg. Glücklicherweise wurde keine Person verletzt. Die angehängten Fotos geben ein paar Impressionen der Einsätze wieder. In einem NDR-Bericht (ca. ab Min. 2:22) ist der Einsatz am Metronom in Jesteburg auch in „bewegten Bilder“ zu sehen.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Einsätze, Fotos, Technische Hilfe und verschlagwortet mit , , , , von Jo Röhrs. Permanenter Link zum Eintrag. Veröffentlicht am 8. Oktober 2017.

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